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2008-08-24

Schluss mit den Spielchen.

Du hast immer so große Stücke auf dich gehalten. Spielchen spielen war nie deins. Nach außen handeln und im Hinterkopf basteln die Optionen sich ihre eigenen Lebensentwürfe. Rechnen sich Gewinnchancen aus auf der Basis kleinmädchenhafter "alle Jungs sind doof"-Stereotypen. Du hast immer mit einem innerlichen Kopfschütteln und etwas Mitleid reagiert, wenn Frauen vor dir standen und sich darüber aufregten, dass der Kerl jetzt schon angerufen habe. Die drei Tage seien doch noch gar nicht vorbei... Eine Etikette, die Distanz wahrt und bloß nichts von Gefühlen wissen will. Obwohl es genau darum doch immer wieder geht. Es ist das große Verlangen nach Zweisamkeit, bitterlich durchstoßen von den Nadeln des Misstrauens. Und viel mehr noch der Angst vor dem Schmerz. Die Gefahr des sich Entblößens und Zurückgestoßenwerdens. Die Sorge, ob jemand ganz anderes zuviel mitbekommt, gar den eigenen Schmerz erkennt. Bliebe alles nur immer in der Privatheit der zweisamen Erfahrungen, es wäre vielleicht einfacher. Aber das kann niemand wissen. Es ist wohl auch mehr eine Hoffnung, die sehnlichst nach einem Strohhalm angelt. Und so ziehen sie sich zurück, die Frauen, die du kennengelernt hast. Sie ziehen sich zurück und bleiben unglücklich.

2007-09-05

Achtung Schleichwerbung

Tassen. Ein großes Thema. Dank an Frau Anne für das Aufbringen desselbigen. Tassen sind eine Leidenschaft für sich. Es befinden sich allein 4 Emaille-Campingtassen in meinem Besitz. Die weiße mit dem blauen Rand hat es auch fast zum Titel "Lieblingstasse" geschafft. Knapp hinter der in Wien selbstgeklauten Starbucks-Tasse. Um Längen vor der "Wünsche, wohl geruht zu haben"-Windel-Winnie-Tasse (manchmal tut es gut, diese Stück Porzellan morgens in den Händen zu halten). Um mehrere Breitengrade vor der beim Kiezbingo von einer Freundin gewonnenen Gautsch-King-of-Pop-Tasse. Um einen halben Kontinent entfernt vom Rest der Tassenlandschaft. Soviel zu Platz 3, 2 und dem dreckigen grade abgewaschenen Rest. Sie alle sind toll. Aber am tollsten ist die Tasse eines Heißgetränkelieferanten, dessen Laden ich bislang nie betreten haben habe.

lieblingstasse

Diese Tasse ist ein Mitbringsel eines ehemaligen Gastes im ehemaligen Goetropa, dem alten Germanistencafé der FU. Es gab dort die Möglichkeit, auch als Nicht-Mitarbeiter eigene Tassen unterzustellen, um den täglichen Kaffeegenuss noch ein bisschen heimeliger zu gestalten. In einem Semester gab es eine neue Kommilitonin, die immer in meiner Schicht frei hatte und sich dann einen Kaffee gönnte. Unser Kontakt beschränkte sich auf "Hallo. Ich hätte gerne einen Kaffee. Meine Tasse ist die Coffee-Mamas-Tasse." Ich griff ins Regal, überreichte ihr die Tasse und nahm die 50ct für den Kaffee entgegen. Im Gegensatz zu anderen Gästen dauerte es jedoch nicht lange und sie brauchte nichts mehr sagen. Ich sah sie, griff nach ihrer Tasse und sie lächelte zustimmend, ein bisschen überrascht auch. Wie gesagt, andere "Neulinge", selbst langjährige Gäste mussten mir immer noch auf die Sprünge helfen, welche Tasse denn nun ihre sei.

Ihre Tasse habe ich sogar mit besonderer Vorsicht abgespült und immer mit einem kleinen Lächeln ins Regal gestellt. Bei dem Text musste ich immer an afro-amerikanische Frauen mittleren Alters denken. Wie sie hinter dem Tresen stehen, den Gästen fröhlich ihr koffeinhaltiges Heißgetränk ausschenkend, wissend um die besondere Bedeutung der kleinen Bohne. Der Laden ein brodelnder, summender Raum, der für viele zu einem zweiten Zuhause geworden ist.

Eines Tages, sie lächelte wieder ein bisschen überrascht, sprach sie es an. Sie müsse ja gar nichts mehr sagen, das sei ja toll. Ich entgegnete, wenn jemand jede Woche vorbeischaut, prägt sich das schon irgendwann ein. Und deine Tasse finde ich großartig, das macht es noch leichter. Sie reagierte, als sei diese nichts besonderes, fand meine Begeisterung wohl aber auch witzig. Sie fragte, ob ich denn den Coffeeshop kennen würde, sie arbeitet dort und könne mir eine mitbringen. Überrascht von dem klasse Angebot, grinste ich breit. Nein, den Coffeeshop kenne ich nicht, aber wenn das wirklich kein Problem sei, dann ja, hätte ich gerne auch so eine Tasse.

Dann war sie während meiner Schicht nicht mehr da. Das Semesterende forderte wohl seine Lernstunden ein. Ich konnte 1-2 Mal auch nicht da sein. Wenn ich andere Tassen wieder ins Regal stellte, sah ich ihre, stellte sie zum Platz machen sorgsam beiseite. Dachte mir, schade eigentlich, dass das doch nicht geklappt hat mit der 2. Coffee-Mamas-Tasse. Bis ich eines Tages wieder Platz schuf und auf einmal 2 in der Hand hielt. Ich freute mich wie ein kleines Kind, wickelte sie schnell in ein Geschirrtuch ein und brachte sie nach Hause. Ihre war irgendwann weg. Ich habe sie nicht mehr gesehen. Konnte mich nie bedanken. Ich tue es hiermit.

Das ist sie, die Geschichte meiner Lieblingstasse.

2007-01-10

die qualen...

sinngemäß in "love actually":

papa: oh, da bin ich ja beruhigt. ich dachte schon, es wäre was schlimmeres.
sohn: schlimmer als die unsäglichen qualen des verliebtseins? 

2006-12-31

Danke!

Sage ich und hoffe, alldiejenigen, die dies lesen, denken an die schönen Momente, die waren, sind und sein werden.

das kreuz mit den geschenken

Demnächst steht wieder der jährliche, persönliche Anlass zum Feiern ins Haus. Ebenso alljährlich die gute, alte Frage dazu: "Was wünschst du dir denn?"

In den meisten Fällen ein Moment des Horrors. Der Panik. Des leergefegten Gehirns. Stimmbänder, die nur noch ein "Äh...Hm...Ja, weiß grad nich...ööö...nee, keine Ahnung" zu Stande bringen. Zugegeben, da tut sich einiges in den Hirnwindungen. Doch wer will schon einer ernsthaft gestellten Frage ein "Also ich such da schon seit Jahren so´ne flaschengrüne Trainingsjacke, die aber first hand um die 60 tacken kostet/ meine Mum hat sich grad´n schickes Notebook gekauft.../ ich bräuchte eigentlich mal ne richtige Hi-Fi-Anlage, so mit Verstärker und allem Drum und Dran/ ..." an die Menschen im Freundeskreis geben? Im Nachhinein fallen einem dann viele tausend Kleinigkeiten ein, die sich auch die lieben Menschen mit standardmäßig klammem Geldbeutel leisten könnten, doch dann ist der Moment der Frage schon vorbei und von selbst wieder ankommen... nee, nee, viel zu gut erzogen dafür.

Letztens antwortete ich also wieder mit "ööö" und entgegnete hilfebietend, ich sollte mir vielleicht auch mal so´ne Amazon-Wunschliste anlegen. Im Geiste ging ich sofort mögliche Titel hierfür durch und dann auch erstmal schlafen. Am nächsten Tag dann wollte die interne Liste nicht so recht wachsen und bald auch wurde mir klar warum.
Als die ersten Freunde mit diesen Listen ankamen, war das natürlich eine große Hilfe, doch blieb der Beigeschmack erhalten, dass eine Überraschung - die einem Geschenk ja irgendwie innewohnt - damit nicht mehr so ungetrübt mitgeschenkt werden kann. Ein Geschenk ist immer auch an die Person des Schenkenden gebunden. Die Momente, aus denen die Idee heraus geboren ist, finden hierin eine Verdinglichung und sind ein meist langewährendes Souvenir. Ohne einen solchen Moment wäre ich vermutlich nur sehr unspektakulär zu meinem ersten eigenen Plattenspieler gekommen. Manchmal bringt ein Jahr ganze textil-kulturelle Moden mit sich und beschert drei Paar Ringel-Zehen-Socken auf einmal. Auf den immer wieder geäußerten Satz "das musst du unbedingt mal..." reagiere ich gewohnt rebellisch mit einem "hm...na ja, guck´n wa ma". Doch wenn mir ein Freund ein Buch überreicht mit den Worten "dies war eine Offenbarung für mich", dann kann ich nicht anders, als dieses Buch mit Freuden und ohne innere Zögerung zu lesen.

Dies wird mich auch in Zukunft davon abhalten, eine Wunschliste zu erstellen. Nur meine Mama, die darf auch weiterhin jedes Jahr fragen :-).