dass bei 4 - in Worten: vier - Frageblocks sonderlich tiefgreifende und tiefgreifende Analysen möglich wären, aber...
Seine Kreativität, sein Einfallsreichtum und seine Originalität kommen am besten in der Konzeption neuer Projekte und Ideen zum Tragen - die akribische Umsetzung des Ganzen überlässt er dann lieber anderen.
So manche Sätze formulieren besser als ich es je könnte, was mein Leid mit dieser Welt ist. Und falls jemand fragt, warum ich meine Hausarbeiten nie zu Ende geschrieben bekomme: Da oben steht der Grund.
(zuletzt beim Herrn Dahlmann und davor noch ein paar andere)
Wenn ich mir das recht überlege, möchte ich ob des nun Folgenden gleich selbst bei Bonny's Ranch anrufen...
Ein Tag, so richtig nach meinem Geschmack. Die erste Stunde verbrachte ich mit Verschlafen. Die nächsten 6 Stunden habe ich in den Tiefen von Kontenblättern, Zinsanteilen, EWBs und sonstigen Vermögensgegenständen verbracht. Die darauf folgendenen 3 Stunden sind mit dem Sortieren, Falten, Eintüten und Zählen von Einladungen zu einer Mitgliederversammlung versüßt worden. Am Ende des Tages gehe ich mit dem Gefühl von Urlaub nach Hause.
*zurückspul*
Häh? Zu blöd, den Wecker zu stellen - in Hektik das Haus verlassen - der vermutlich drögesten Tätigkeit auf diesem Planeten (aka Buchhaltung) nachgehen - rund 250 Briefe, bestehend aus 2 DIN-A4 und 5 DIN-A5 Blättern zusammenbasteln? Urlaubsgefühl? Liebste miss sophie, verzeihen Sie bitte, aber... geht's noch?
Ach wissen Sie, liebste miss sophie, die Welt ist heutzutage so komplex. Ich allein bestehe schon aus mindestens drei basalen kulturellen Codes. Ich bin Arbeit. Ich bin Intimität. Ich bin eine Technologie des Selbst. Das kann von Zeit zu Zeit recht anstrengend werden. Insbesondere wenn meine drei Selbst, oder auch nur zwei davon, heftigst aneinandergeraten. Sei rangeln dann um die Vorherrschaft beim Erreichen ihrer Ziele. Da ist es immer sehr angenehm, wenn zwischendrin ein Selbst mit vergleichsweise einfachen Aufgaben betraut wird. Klare Strukturen, ein simples Ziel. Das ist ein bisschen so, als würde ich mich mit Holz, Leim und Nägeln hinsetzen und etwas Schönes basteln. Das Rauschen wird dann leiser. Die Wellen der Diskurse laufen sanft am Strand aus. Sie müssen gegen nichts mehr ankämpfen.
Gestern und heute war es wieder soweit: Frischfleisch strömte an unser Institut. Mit jedem Jahr, das ich bei der O-Woche dabei bin, kommen sie mir immer niedlicher vor. Seit sie als Abschlussziel den Bachelor vor Augen haben, können wir sie auch passenderweise als Betschela-Häschen bezeichnen. Ein Schelm, der hierbei Böses denkt.
O-Woche steht übrigens für Orientierungswoche und sollte, wenn ich mir das recht überlege, in O-Tage umbenannt werden. Es gab einmal eine Zeit, da hat der liebe Studierende seine Zeit in der Uni mit der Di-Mi-Do-Woche zugebracht. Dies lag nur zum Teil daran, das Studierende montags noch ihren Rausch ausschlafen mussten und das Wochenende bereits am Donnerstag begann. Dozenten ging es genauso. Dann kam die Uni-Verwaltung und schrieb Dozenten vor, sie müssten am frühen Morgen oder am späten Abend oder am Montag oder am Freitag ein Seminar anbieten. Dann kamen die Studierenden, die was lernen wollten und vorbei die Zeit der Di-Mi-Do-Woche. Wie auch immer. Auf jeden Fall fand die O-Woche damals auch von Dienstag bis Donnerstag statt und von daher hat sie ihren Namen. Jetzt findet sie am Montag und Dienstag statt und die Studierenden und ihre Dozenten lernen die gesamte Woche über. Aber es hat ja immer was für sich, wenn Geschichte in den Begriffen weiterlebt.
Mit den lieben kleinen Erstsemestlern erlebt der geneigte engagierte Studierende ja interessante Dinge. Meistens haben die lieben kleinen ihren Namen nämlich wirklich verdient. Sie sind zum Großteil zwischen 18 und 20 Jahre alt, haben keine Ahnung von nix, sind die Hilflosigkeit in Materialisierung und dabei die meiste Zeit total süß. Da gibt es beispielsweise den Typ "unfreiwilliger Zuspätkommer". Dieses Jahr durch ein junges Mädchen repräsentiert, das in atemloser Panik erst den Weg nicht fand, dann vor unserem Cafè stand, mit dem Programm wedelte, nach dem Raum frug und fast schon wieder wegrannte, so dringend wollte sie die verlorene Zeit einholen. Ein Lächeln, ein "erstmal tief durchatmen". Nichts hilft für den Moment. Doch die Dankbarkeit in ihren Augen zaubert ein liebevolles Grinsen in mein Gesicht.
Ein großer Spaß ist auch jedes Jahr aufs Neue unser Raumnummernsystem. Unsere Uni (hier im Stadtplan rechts unterhalb des Kreises) ist gitterförmig im Grundriss, ähnlich dem Stadtbau in New York. Naheliegenderweise, die Amis haben diese Uni schließlich aufgebaut. Die Boulevards sind mit Buchstaben durchnummeriert, die Streets mit Zahlen. Ein einfaches System, das jeden, aber auch wirklich jeden im ersten Augenblick ratlos beim Pförtner nachfragen lässt. Wer schaut sich ein Gebäude auch schon vorher bei Google Earth an? Egak. Jeder Gebäuderundgang beginnt mit der Frage, ob ich denn erstmal das Raumnummernsystem erklären soll. Nach 1,5 Tagen hat sich diese Frage ja möglicherweise schon erledigt. Aber nein, hat sie nicht. Jedes Jahr gibt es aus einigen Kehlen ein erleichtert aufschreiendes "Ja!". Und nächstes Jahr schließe ich eine Wette ab, von wem dieses "Ja!" kommt. Ich habe nämlich immer recht...
Es gibt aber auch Veränderungen. Der Anteil an "klein und niedlich" variiert nämlich - so über die Jahre hinweg betrachtet. Die Jahrgänge 2002-2003-2004 wurden beispielsweise immer streberhafter. Mit jedem Jahr mehr vermissten wir die Indie-, Hippie- und Linksruck-Leute. Scheinbar wollten nur noch angehende Grundschullehrerinnen (Typ "StiNo" aka "graue Maus") und bald erfolgreiche Kultur-Event-Managerinnnen dem Studium der deutschen Literatur nachgehen. Mit diesen Menschen macht eine O-Woche nicht wirklich Spaß. Zu groß ist das verlangen, ihnen erstmal den Stock aus dem Arsch zu ziehen. Doch vorbei diese Zeiten. Der Bachelor hat sie uns wieder gebracht, die Indie- und Hippie-Leute (Linksalternative studieren offenbar kein Deutsch mehr). Mit diesen Menschen macht eine O-Woche vor allem deshalb so viel Spaß, weil sie mitmachen, über Missgeschicke und Absurditäten auch wirklich lachen können, nur darauf brennen, neue Leute kennen zu lernen und überhaupt einfach Leben in die Bude bringen.
Nur eins wird sich wohl nie ändern. Wenn das Frühstück für 9 Uhr angekündigt ist (in Worten: NEUN UHR... MORGENS), sind die ersten um 8:30 Uhr da. Dieses Jahr waren sogar die Hälfte aller Erstsemestler bereits vor 9 Uhr da. Wir haben dann den ersten Tag damit zugebracht, sie an das c.t. zu gewöhnen.
Auch wenn ich eigentlich nur so eine verschwommene Ahnung habe, was Diversifizierung überhaupt heißen soll, scheint es mir die passende Bezeichnung für den Moment. Ich breite mich aus, denn liebe Menschen brauchen Blogsitter. Und weil ich bereits anerkannte Dipl.-Katzensitterin bin und der Mensch immer ein bisschen Abwechslung braucht, ist mein nächster angestrebter Abschluss die Dipl.-Blogsitterin. Meine ersten Leistungsscheine möchte ich in den nächsten Tagen beim Herrn Grau und beim PasQualle erwerben.
Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck dort.
So, hier dann jetzt mal der wiktionary-Link zu Diversifikation. Naja, passt nicht hundertprozentig, aber hey...
Da waren sie in den letzten Tagen. Die beunruhigenden Nachrichten von friedlichen Protesten, denen mit menschen-un-rechtlichen Mitteln begegnet wird. Dann kam die Idee des Free-Burma-Aktionstages und der Aufruf zur Teilnahme. Und sofort war sie wieder da, die beunruhigende Stimme im Hinterkopf: "Mitmachen, obwohl ich doch schon die aktuellen Entwicklungen nicht wirklich verfolge?" Unter Mitmachen verstehe ich immer zuerst, meine eigene Sicht in Worte zu fassen. Das kann ich aber kaum, zu wenig weiß ich über die Verflechtungen und Positionen der beteiligten Gruppen. Lediglich mein grundlegendes Vertrauen in demokratische Staatsstrukturen auf Basis der Menschenrechte lässt mich hoffen.
Ich verweise auf rivva und des Spiegelfechter's Quo vadis, Burma?, hole mein Informationsdefizit auf und versuche dabei, die gefühlte Hilflosigkeit nicht allzu stark werden zu lassen wie auch dem aufsteigenden Zynismus entgegen zu arbeiten.
Es gibt Internetnutzer, die sich selten bis gar nicht auf Blogs rumtreiben, das alles aber irgendwie spannend finden. Von diesen hört mensch oft: "Aber da muss ich das ja regelmäßig lesen, sonst macht ja gar keinen Sinn. Da bin ich aber nicht der Typ für."
Das ist ein Irrglaube.
Blogs bzw. all die Blognetzwerke können - genauso wie alles andere im Netz - auch für einzelne Informationen genutzt werden. Hier sind vier Seiten, die als Suchmaschine oder Überblicksseite einen ersten Einstieg bieten können.
Rivva Rivva bietet einen sog. "gewichteten Schlagzeilenüberblick über die deutschsprachige Blog- und Online-Medienlandschaft". Blogs, die in der Suchmaschine integriert sind, werden mit ihren Artikeln und den verlinkten Diskussionen als Überblick präsentiert. Links zu Artikeln auf den Portalen klassischer Medien sind im News River ebenfalls enthalten. Leider ist nicht ganz klar, welche Blogs momentan erfasst sind und nach welchen Kriterien (ob manuell oder automatisch) die Nominierung erfolgt.
Google Blogsearch Als Ableger der hinlänglich bekannten Suchmaschine lassen sich hier Blogs nach dem google-Prinzip durchsuchen. Allerdings werden auch in der klassischen google-Suche mittlerweile mehr und mehr Blogs in den Ergebnissen angezeigt - je nach PageRanking halt.
blogato Blogato ist ein blutjunges Projekt, im September 2007 an den Start gegangen. Blogato ist eine Suchmaschine, die nur angemeldete Blogs durchsucht - ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, wird sich zeigen. Blogato will sich dem Problem(?) der Informationsvielfalt widmen. In der Kurzvorstellung (pdf) heißt es: "Was für die Vielfalt der Meinungen und Themen ein Segen ist, stellt für den Einzelnen bei der Recherche ein Problem dar: Die Blogosphäre wächst zu einem gewaltigen Datenmonster heran." Die Suchergebnisse werden in der Reihenfolge der häufigsten Trackbacks, dann chronologisch angezeigt. Blogato-Nutzer können darüber hinaus jedes einzelne Suchergebnis bewerten, was wiederum Einfluss auf die Relevanz und damit den Platz in der Suchergebnis-Liste hat.
Abschließend noch ein allgemeines Wort. Blogs sind kein Medium, die "Information auf einen Klick" verheißen. Es gibt wohl kaum ein Thema, das nicht mindestens 2 Seiten der Medaille hat. Die Vielfalt an Blogs und Blogposts zu einzelnen Themen kann genau diese Pluralität aufzeigen.
In anderem Zusammenhang bin ich in mehreren Publikationen auf ein "Problem" des Internets als Gegenöffentlichkeit gestolpert. Es nennt sich Unübersichtlichkeit. Bezeichnend war dabei die Formulierung in einem Artikel der taz: "... der Überblick ist verlorengegangen."
Ist der Überblick wirklich verloren gegangen? Es wird ob der breiten Beteiligung lediglich deutlich, dass da noch viel, viel mehr ist. Der Überblick war nie da. Es sind nur früher, ohne Netz, weniger Infos aus dem Ausland oder auch nur aus anderen Regionen Deutschlands so weit verbreitet worden, dass gar nicht erst der Eindruck entstehen konnte, hier wird etwas verpasst. Frei nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Damit will ich nun keineswegs das Gefühl des "der Masse ausgeliefert seins" negieren oder diejenigen als unfähig und medieninkompetent abstempeln, die angesichts des großen Angebots an Informationen im Netz dieses Gefühl zum Ausdruck bringen. Vielmehr hat sich mir anhand dieses Sachverhalts die Frage gestellt, wie aktiv der Einzelne bei der Informationsgewinnung ist. Probiere ich ein paar Zeitungen bzw. deren Online-Portale aus und entscheide mich irgendwann für eins oder zwei davon - weil dann auf einen Blick alles da ist? Oder nutze ich ein Nachrichtenportal als Aufhänger und recherchiere bei Themen, die mir wichtig sind, quer durchs Netz, um die mit Sicherheit vorhandenen, verschiedenen Perspektiven auf das Thema zur differenzierten Meinungsbildung einzubeziehen?
Eine Aussage wie "ein Hauptproblem des Internet ist der verlorengegangene Überblick" impliziert m.E. eine passive Konsumentenhaltung. Es zeigt die Gewöhnung daran, alles durch die Redaktionen vorgekaut zu bekommen. Was es braucht, ist eine Veränderung in der Haltung gegenüber der eigenen Informationsbeschaffung. Das ist nun nichts Neues. Wie aber weiter?
Von vielen Seiten höre ich in Bezug auf Blogs häufig: "Das ist ja wirklich spannend, aber da muss man ja schon immer wieder und regelmäßig die Seiten besuchen, sonst macht das irgendwie wenig Sinn." Das regelmäßige Lesen eines Blogs entspricht natürlich am ehesten der Grundkonzeption. Doch muss das noch lange nicht heißen, Blogs nicht auch für einzelne Zwecke nutzen zu können. Es gibt mittlerweile eine Handvoll Suchmaschinen und Übersichtsseiten, die den Einstieg in die Blogosphäre erleichtern und es ermöglichen, auch mal nur zu einem speziellen Thema zu suchen. Damit reiße ich grob das Thema Medienkompetenz an: Was gibt es und wie bediene ich mich dieser Dinge? Auf die Frage "Wie weiter?" antworte ich mit einem ganz individuellen, hm, ja nennen wir ihn die Touristeninformation von miss sophie und ihr leben. Ich habe in die Sidebar ein kleines Feature eingebaut. "Blogs als Informationsquelle" wird es erstmal heißen. Dort finden sich vier Seiten, die - ganz subjektiv von mir gewählt - als ersten Einstieg in die Recherche in den Blognetzwerken dienen können.
Was eine solche Auskunft selbstredend nicht bieten kann, ist der "Info auf einen Klick"-Hinweis. Informationen aus Blogs und artverwandten Seiten zu beziehen, heißt für den Nutzer immer auch, sich auf mehreren Seiten des Themas anzunehmen. Da kommt keiner drum herum, will er dem Gedanken einer pluralen Informationsvermittlung auch nur ansatzweise gerecht werden.
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