2008-03-28

language is a bitch.

Helden der Musikgeschichte - Spearmint, die Dritte

Meine kleine Spearmint-Reihe neigt sich dem Ende. Ich kann gerade gar nicht fassen, dass The Flaming Lips erst 2001 erschienen sein soll. Tief hat sich dieses Kleinod in mein Herz, Leben und Denken eingebrannt. Es ist eines der Lieder, die dafür gesorgt haben, dass ich mich immer wundere, wie abschätzig einige Frauen über Männer reden. Als gäbe es keinen einzigen männlichen Vertreter da draußen, der auch nur ansatzweise in der Lage wäre, seinen Schwanz unter Kontrolle zu kriegen, von echten Gefühlen ganz zu schweigen. Also ehrlich Mädels, ihr tut mir einfach nur leid.


DirektSchmerz


Das alles erinnert mich daran, dass ich meine Tapes - treusorgend über vier Umzüge gerettet - vor ihrem leierndern Ableben noch ein letztes Mal in meinen Anfang-der-90er-Ghettoblaster einlegen muss. Um sie zu digitalisieren. Bevor beide ihren Heldentod sterben und in die Vitrine meiner Jugenderinnerungen gestellt werden.

2008-03-27

The Kooks am 18.6. in der Columbiahalle.

Da muss ich hin. Wer ist dabei? Der Vorverkauf läuft. Und es braucht sicher nicht lange, bis das Ding ausverkauft ist. Kostet übrigens 25,-.

"raus hier" - oder doch nicht?

Nach dem Artikel in der taz - "Jäger und Sammler - StudiVZ-Daten in der 'Bild'-Zeitung" - war ich endgültig geneigt, meinen Account dort zu löschen.

War? Genau. Ich werde ihn bestehen lassen. Und zwar aus einem einzigen Grund: der Massen an Nutzern, die fröhlich die technischen Möglichkeiten des Bilderhochladens und Verlinkens nutzen. Der Teil mit dem Verlinken-können fällt weg, sobald mein Account gelöscht ist. Aber dennoch können Bilder von mir dort in Zukunft auftauchen, von denen ich ganz gerne wüsste, dass sie dort auftauchen. Das aber geht immer noch am Besten, wenn ich dort auch selber angemeldet. Ich weiß, dass ich nie die volle Kontrolle über Bilder meiner Person haben werde. Aber bei so vielen Nutzern in einem Dienst habe ich wenigstens ein klein wenig Beruhigung mit dem Bestehenlassen des Accounts.

Ich finde diese Situation grade ziemliche scheiße.

Helden der Musikgeschichte - Spearmint, die Zweite

Im Sommer '99 ging Martin Petersdorf in seinen jährlichen Urlaub. Er bereitete für diese zwei Wochen, in denen er nicht im Studio anwesend sein würde, immer Sendungen vor. Zwei Stunden Musik in perfekt aufnehmbare Halbstundenhäppchen verpackt. 1999 sind bei dieser Gelegenheit "sweet pop" I und II entstanden. Das Herzstück dieser Sammlung feinster Indieperlen ist die 2. Seite von sweet pop I.

andreas johnson - glorious (youtube, last.fm full track)
spearmint - a trip into space (please see below)
dodgy - staying out for the summer (hier bereits an anderer stelle präsentiert)
simon & garfunkel - the 59th street bridge song (feeling groovy) (youtube)
monaco - what do you want from me? (youtube, last.fm full track)
fountains of wayne - it must be summer (youtube (kein eigentliches Video, den Anfangstext einfach durchlaufen lassen), last.fm sample, hypem)
the boo radleys - wake up boo! (youtube, last.fm full track)
john lennon - whatever gets you through the night (youtube)

Und bevor ich jetzt mit noch mehr Superlativen rund um zuckersüße Melodien um mich schmeiße, gibt's Spearmint's A Trip Into Space hier in einer Liveaufnahme. Die Jungs haben Spaß zusammen auf der Bühne!


DirektReise

2008-03-26

Helden der Musikgeschichte - Spearmint

1997 war es. An einem der vielen Donnerstagabende stand ich daheim vor meinem tragbaren CD-Player mit Doppelkassettendeck. Die leere 90-min-Kassette auf Anschlag fertig vorbereitet. Martin Petersdorf spielte im Jahresrückblick die Indiehymnen von '97. Zwei Stunden vollgepackt mit dem Besten, was das Jahr zu bieten hatte. Darunter Spearmint's Sweeping The Nation.

In den folgenden Wochen, gar Monaten, wurde diese Perle des Indiepop das Glanzlicht meiner nun 17 Lenze. Tiefe Furchen habe ich meinen Teppich getanzt. Mit einem Lächeln habe ich den winterlichen Morgen begrüßt. Mit einem "oh oh oh, ooh, ooohhh" habe ich der Kälte getrotzt. "hey hey hey!" Die Briten können das einfach immer noch am Besten.

Es waren Sätze, die mich begleitet, mich geprägt haben.
"emasculation of a good friend is nothing i should be singing about"
"we were happiest when we had no money"
"don't worry. as long as you stick to what you believe everything you want will come to you"

Unglücklicherweise gibt es auf youtube nur einen semi-okayen Konzertmitschnitt, aufgenommen in einer Location mit vermutlich schlechter PA und/oder von einer Kamera mit zu vielen Höhen und zu wenig Bässen. Deswegen hier und jetzt der myspace-Link mit Anhörbefehl: myspace.com/spearmintuk

stay tuned for more...

2008-03-25

Später am Tage.

Leere Gänge. Stille Innenhöfe. Das Filmteam ist fertig. Die letzten Mitarbeiter sind schon vor über drei Stunden gegangen.

Die Halogenlampen werfen nur das Nötigste an Licht auf dieses efeugrüne Etwas, das sich Teppich nennt. Das efeugrüne Etwas schluckt selbst vom Nötigsten zuviel. Wenn dann noch eine lilafarbene Tür in mein Blickfeld rückt, wird es zuviel. Depressivität macht sich breit. Dann muss ich schnell die Erinnerung an den Tag zurückholen, die Erinnerung an Studenten, die den Gang entlang krauchen. Und dann ist sie da, die Folie, auf der die aktuelle Wahrnehmung diesen kleinen Funken Magie erleuchten lässt. Der Moment, in dem die Luft in Schwingung gerät.

Der Augenblick, in dem ich atemlos dastehe und mich wie eine Eindringling fühle, nur um mit dem nächsten Wimpernschlag an "Ich bin der König der Welt" zu denken.

Facharzt für Stofftierheilkunde

Facharzt für Stofftierheilkunde. Ja, genau. Das ist ein zertifizierenswerter Titel, der im Teddybärkrankenhaus Greifswald erlangt werden kann. Das erlangte Zertifikat kann jemand, der eigentlich Humanmediziner ist, dann auch als Referenz bei einer Stipendienbewerbung einreichen. Muss nicht, aber kann.

Ich lag schon bei "Facharzt für Stofftierheilkunde" unterm Tisch. Als ich dann auch noch das "Teddybärkrankenhaus" vorgelesen bekam, war alles vorbei.

Ich könnte mich jetzt auslassen über Nancys aus Leipzig, die aussehen wie Mandys aus Weißwasser, gerne Nick Hornby lesen und das aber vermutlich auch nur, weil sie Hugh Grant süüüüß finden (das hat jetzt übrigens nichts mit den Stofftieren zu tun), über Mädchen, die mit Mitte zwanzig immer noch das Aroma "braver Streberinnen" verströmen, die das wohl auch ihr restliches Leben lang tun werden und denen die Fachärztin für Stofftierheilkunde aber sowas von passgenau liegt... Aber damit hör ich jetzt wieder auf.

Denn das Teddybärkrankenhaus Greifswald ist - manchmal hasse ich mich dafür, alles recherchieren zu müssen - eine gute Angelegenheit. Einmal im Jahr versammeln sich die angehenden Kinderärzte der Uni Greifswald, um den Teddys, Puppen und sonstigen Spielfiguren der Stadt ihre Wehwehchen zu heilen. Dahinter steckt die Idee, dass die "Eltern" dieser Teddys, Puppen und sonstigen Spielfiguren, kleine Kinder nämlich, frühzeitig mit medizinischer Betreuung in Berührung kommen, um Ängste abzubauen, den Umgang mit Medikamenten kennenzulernen usw. Auf der anderen Seite sammeln die Studierenden erste Erfahrungen im Umgang mit den Kindern und besorgten "Eltern", ohne dass ernsthaft jemand zu Schaden käme dabei.
(Die Pressemitteilung des Uniklinikums Greifswald als pdf.)

Tolle Sache also. Das "Facharzt"-Zertifikat aber mehr oder weniger unkommentiert in eine Stipendienbewerbung legen ... naja.

2008-03-23

Linkschleuder

Eine Fotoserie aus Mumbai.

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Artikel mit großartigen Anfängen, die Erste:

Und ich sach noch: Bitte nicht auf diese E-Mail antworten

Bekanntlich gibt es einen Planeten, auf dem alle verlorenen Kugelschreiber sich einfinden, um dort geruhsam ihren Lebensabend zu verbringen.


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Artikel mit großartigen Anfängen, die Zweite:
Gestern gab es mal wieder eine neue Botschaft von Osama Bin Laden. Und weil die Dinger medial saugut abgehen, hat er heute gleich noch eines seiner berüchtigten Audios hinterhergejagt. Nun könnte man das ganze ja als lästiges Generve eines Kriminellen abtun, hätte es nicht weltweite Auswirkungen. In unserer Redaktion sorgt der Bursche jedenfalls für reichlich Diskussionsstoff, denn eins ist klar: Ohne Medien könnte Osama seinen Laden dicht machen.


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Ein Browser, den mensch gar nicht oft genug bewerben und verlinken kann: Opera. Ja, er stellt einige Seiten nicht korrekt dar, die Cookie-Handhabung ist etwas tricky und es ist immer gut, Flock in der Hinterhand zu haben. Doch Opera hat einen unschlagbaren Vorteil: Es kann Hindi interpretieren. Von wegen Leopoard-CD einlegen und indigene Schriftfamilie (oder wie das heißt) nachinstallieren. Das heb ich mir auf meine ersten Schreibexperimente am Rechner. Und dass Safari die Schriftzeichen des Hindi ebenfalls interpretieren kann, ist mir jetzt auch mal dezent schnuppe.

2008-03-21

Es ist Feiertag.

Es ist Feiertag. Es ist früh am Morgen. Die Straßen sind ruhig. Auch hier im Haus und in der Wohnung ist es ruhig. Es ist hier wohl oft ruhig. Viele haben schon überrascht kundgetan, dass es trotz fehlender Schallschutzfenster so leise sei in meinem Zimmer. ("Schallschutzfenster" klingt in dieser Stille auf einmal so martialisch.)

Doch es fehlt das Hintergrundrauschen. Die Autos, die sonst in einer zähen Masse draußen vorbeiziehen. Heute höre ich jedes Fahrzeug einzeln. Ich höre sogar das Säuseln meines Rechners. Wenn ich in die Küche gehe, versuche ich tunlichst jede knarzende Diele zu vermeiden. Die anderen schlafen noch und selbst das Öffnen der Küchentür lässt mich zusammenzucken ob dem überlauten Klicken. Der Geschirrspüler, sonst ein niedliches, feines Glucksen, drängt sich mir auf, möchte auch mal Krach machen. Aus den anderen Zimmern kommt keine Musik, keine Gesprächsfetzen vom Telefonieren, kein Klackern einer Tastatur, kein Rascheln beim Zusammenlegen der Kleidung.

In diesen Momenten habe ich das Gefühl, allein zu sein in meiner Welt. Es ist ein Gefühl, das nicht zu verwechseln ist mit Einsamkeit. Einsamkeit spüre ich meist dann, wenn ich unter Menschen bin. Wenn ich sie beobachte, meine Wahrnehmung austickt und ich für einen Moment der Überzeugung bin, keine stabile Verbindung zu diesen Menschen zu haben. Heute ist es das erhebende Gefühl des Alleinseins, welches mich in meiner Welt noch ein wenig fester verankert. Es ist eine Stille, die mich selbst zur Ruhe kommen lässt. Die Reize von außen sind auf ein Minimum reduziert. Diese große Stadt mit diesen vielen Menschen hält sich vornehm zurück. In diesem Augenblick kann ich meine Spuren hinterlassen, und zwar so, dass ich sie wiedererkenne, wenn ich das nächste Mal inmitten dieser vielen Menschen in dieser großen Stadt unterwegs bin. Und dann, wenn ich diese Spuren wiedererkannt habe, dann bin ich mit meiner Welt hier noch ein wenig fester verbunden.

2008-03-20

Hader-Nachlese

Der Nächste, der behauptet, Josef Hader sei Kabarettist (Kabarettist! Wie billig das schon klingt!), wird von mir mit 24h Mario Barth gegeißelt.

Dieser Mann macht das beste Ein-Mann-Theater, das mir je untergekommen ist.