Das Gesetz von der Ökonomie der Sprache und seine Ausläufer
Es bestätigt sich imer wieder. Die Junggrammatiker haben damals, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, für das Funktionieren von Sprache und Sprachwandel die Regel formuliert, Sprache verändere sich unter dem Primat, effizienter zu weden. Damit lässt sich bspw. erklären, warum bei der Aussprache von Verben mit "-en"-Endung das "e" nur noch schwach bis gar nicht artikuliert wird, obwohl unser Sprachwerktzeug die klare Aussprache eines "en" ermöglicht: wir sagen eher "schreibn" als "schreiben".
Selbige Funktionsweise der Kommunikation führt auch dazu, dass Fachbegriffe oder Eigennamen zu Verbformen abgeleitet werden und somit eine kürzere Satzstruktur erlauben: "Google" und sein Derivat "googeln" sind das wohl derzeit bekannteste Beispiel dieser Art.
Soeben lernte ich ein neues Wort kennen - und musste fast weinen. Es gibt ja seit einige Zeit die Möglichkeit, über das Internet und seine Datenleitungen zu telefonieren. Das Ganze nennt sich Voice-over-IP, kurz VoIP. Die Telekommunikationswelt nennt diese Tätigkeit nun VoIPen...
Ob die dabei an Langlaufloipen und die Analogie zu Datenleitungen gedacht haben?!?
6 Kommentare:
Autsch!
Ich weine mit Dir.
Das tut ja richtig weh!
Wat willst Duden?
[..] Billige Buchstabennudeln, die im Schrank auskippen und als traurige Überreste potenzieller Textsuppe vom Boden gefegt werden müssen, bringen es zur Anwendung: Das Gesetz von der Ökonomie der Sprache. [...]
Naja, die Ökonomie der Sprache findet ja nicht erst seit heute statt. Ich persönlich bin der deutschen Sprache mächtig, finde es aber auch überaus witzig mit der Sprache zu spielen und auch mal suchen durch "googeln" zu ersetzen. "WeiBt du, wo meine SchlüBel sind?" -"Ich google/searche mal in meinem Zimmer."
Voraussetzung sollte schon sein, dass der Sprecher in der Hochsprache heiBt.
(A propos ich bin der deutschen Sprache mächtig...):
Voraussetzung sollte schon sein, dass der Sprecher weiB, wie es in der Hochsprache heiBt.
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