2009-01-28
2009-01-27
So meine Lieben.
Ich bin dann bald mal weg von hier. Also... sobald ich's schaffe, dieses beknackte blogger-to-wordpress-migration-inkl-permalinks-mit-diesem-plugin-Umwandeln hinzukriegen. Mal gucken, wie oft ich meine Datenbank noch lösche und die Posts wieder neu importiere. (hmmm, vielleicht ist das Plugin auch einfach noch nicht bereit für 2.7? aargh, später...) Wieauchimmer. Ihr dürft schonmal gespannt sein. Ich für meinen Teil bin frisch verliebt - in meine neue Headergraphik.
Ach ja, Hinweise auf sonstige nützliche Wordpressplugins werden gerne entgegengenommen.
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miss sophie
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2008-11-02
Vitaminhaltige Gedanken.
Aus gegebenem Anlass war ich die vergangenen vier Wochen gezwungen, ausschließlich und gänzlich an Rechnern mit Windows-Tastatur und Windows-Betriebssystem zu arbeiten. Dies war kaum eine Umstellung. Jahrelang schrieb und klickte ich in diesem Universum. Selbst in den vergangenen zwölf Monaten hatte ich immer wieder das Vergnügen, die Windows-Shortcuts aktiv gebrauchen zu dürfen. Nun sitze ich seit gestern wieder an einem Rechner der Firma Apple. (Nein, mein kleines Schwarzes ist immer noch nicht wieder bei mir. Schnüff.)
Und seit gestern abend bin ich darüber erstaunt, welch Heimatgefühl sich bei mir eingestellt hat. Das hier muss irgendwie mehr sein als einfach nur der Hype und Style. Es beginnt mit der Anordnung der Tasten auf der Tastatur. Das Kopieren mit cmd+C geht wesentlich ergonomischer vonstatten als mit dem fingerverknotenden strg+C. Meine Schreibfehler durch Vertippen verringern sich drastisch, sobald ich an einem Apple-Gerät schreibe. Die Bedienung des Trackpads mit zwei und einem Finger zum Scrollen und Klicken auf der gesamten Fläche führt dazu, dass ich nicht mehr über die Bedienung des Trackpads und die Bedienung der Dokumente nachdenken muss. Ich kann mich voll und ganz auf wasauchimmer konzentrieren, ohne mit einem halben Auge zu gucken, wo Scrollleiste oder Maus abgeblieben sind. Es geht weiter mit der Tatsache, dass ich hier an einem schätzungsweise drei Jahre alten Powerbook sitze und der Lüfter genauso selten anspringt wie bei meinem jungspundhaften Macbook. Das Handling der Software ist auf beiden Systemen gleich gut und gleich schlecht. Nur ist es auf Mac OS X irgendwie fluffiger. Auch auf die Gefahr, dass das jetzt extrem eso-mäßig klingt, aber das fehlende Kantige im Design überträgt sich irgendwie auf die Arbeit. Form und Funktion gehen einfach immer Hand in Hand. Irgendwie ist es die gesamte Architektur dieser sauteuren Äpfel, die entspanntes Arbeiten ermöglicht und dieses kleine, seufzerige, begeisterte Hach hinterlässt, wie es sonst nur feinste Indietunes vermögen.
Seit einem Jahr überlege ich hin und wieder, welchen Einfluss dieses HypeKultStyloGehabe rund um den Apfel auf meine eigene Einstellung hat. Einen relativ großen, soviel weiß ich. Zu sehr bin ich anfällig für den Enthusiasmus anderer. Apple schafft es Menschen dazu zu bringen, viel Geld für gut aussehende Produkte auszugeben, die eigentlich weniger können als standardmäßig drin sein sollte. Siehe iPhone mit ohne Bluetoothschnittstelle. Siehe Macbook mit mickrigen zwei USB-Ports. Siehe iPod mit geht-nur-mit-iTunes. Apple hat es geschafft, dass ich zusätzliche 200,- Euro für einen schwarzes Gehäuse ausgegeben habe. Nur weil es schwarz ist. Hallo?!? Welche Saubande von Kapitalisten denkt sich denn sowas aus??? Bereut habe ich es keine Sekunde.
Ich habe keine Antwort auf meine Begeisterung. Ich bin immer noch erstaunt über mich selbst. Vielleicht ist es ja doch das Ding, dass mensch mit einem Mac nach wie vor zu einer Minderheit gehört, deren Technik bewundert wird. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich wieder alles daran setzen werde, in nahestmöglicher Zukunft vor einem kleinen Schwarzen zu sitzen, zu schreiben, zu arbeiten und mich gut zu fühlen.
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miss sophie
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Fürs Denken bleibt mir keine Zeit.
Nur für den Theme-Wechsel. Am Blog basteln ist ja grade der neueste heiße Scheiß. Und als Vorgeschmack auf die Zukunft gibt's mich jetzt hier in rot und grau.
Rot und grau. Rot auf grau. Da muss ich grad dran denken, dass das eine Farbkombi ist, die demnächst hier in der großen Stadt und nach gefallenem Schnee und mit draufgetropftem Blut auch in echt zu sehen sein könnte.
In diesem Sinne. Ich geh dann mal weiter meine Inspiration suchen. Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass da was mit "schlaf" im Namen war. Bis später.
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miss sophie
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2008-10-14
Meine Hände sind zu alt...
Sie zeigen eine Erfahrung, die das alles hier begreifen könnte. Tun sie aber nicht. Für manche Dinge ist mensch vielleicht nie zu alt.
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miss sophie
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2008-09-21
Ein gutes Jahr.
Irgendjemand hier in diesem Internet (keine Ahnung wer) hat vergangenen Dezember davon geschrieben, wie bescheuert das Jahr 2007 sich angestellt hat und dass er (soviel weiß ich noch) alle Hoffnungen in 2008 setzt. Ich konnte diesen Satz damals bedingungslos unterschreiben.
Die alte Tante Zuversicht hat sich das Jahr 2008 geschnappt und es zu einem guten werden lassen.
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miss sophie
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2008-09-09
"Das Gute an schlechten Zeiten: Pferde satteln. Weiterreiten."
Eines Morgens wachst du auf und weißt, du hast es hinter dir. Du spürst noch ein klein bisschen dieser Wehmut. Du ahnst, dass da noch ein Rückfall kommen wird. Ort und Zeit dafür kennst du schon. Die innere Ankündigung macht es leichter. Die innere Ankündigung macht es leichter? Wohl kaum. Die Ankündigung macht es vielleicht schneller wieder vergehen. Du hast deinen Gedanken nachgehangen. Hast deinen Schicksalsmoment akzeptiert. Hast zugelassen, dass die Emotionen so sind, wie sie sind.
Du hast irgendwanneinmal gesagt: "Das Leben ist für mich nur dann vollständig, wenn ich Freude und Trauer in ihren Extremen erlebe. Denn wie kann ich die Freude in ihren Höhen wertschätzen, wenn ich die Trauer in ihren Tiefen nicht kenne? Wenn ich nur eins der beiden aus meinem Leben ausschließe, werde ich mich innerlich einebnen, nivellieren. Das Empfinden wird dann eine Mittelmäßigkeit erlangen, die am unerträglichsten von allem ist."
"Du opferst deine Gefühle, aber du überlebst." Davon wolltest und willst du dich fernhalten.
Du hast dich wieder an die Worte von damals erinnert. Ja, du bist wieder auf einen Menschen getroffen, bei dem du das Gefühl nicht loswurdest, hier passt etwas zusammen. Eine Mischung aus sich Ergänzen und Gemeinsamkeiten, Gegensätze und das gleich-und-gleich, die die Chance haben, ineinanderzugreifen und die Welt zu erobern. Du hattest das schon einmal. Dein Lebensweg aber sollte anders verlaufen. Damals hast du für einen Augenblick deinen Glauben an die Zukunft verloren. Aber es war eine Zeit, in der du viele besondere Menschen kennengelernt hast. Eine Zeit, in der du gelernt hast, Freundschaften aufzubauen und vermeintliche Freundschaften in der Vergangenheit ruhen zu lassen. Du hast andere dabei beobachtet, wie sie die gleichen Erfahrungen machten. Jeder für sich und dabei gemeinsam habt ihr den Optimismus beim Schopfe gepackt, habt euch den Glauben an die Zukunft zurückgeholt.
Jetzt stehst du wieder an diesem Punkt. Du wolltest schon wieder den Glauben an die Zukunft verlieren. Du hast geweint. Du hast dein Schicksal verflucht. Die Möglichkeiten anders zu handeln, vielleicht doch zu kämpfen, waren keine Alternativen für dich. Du bist keine Schlampe, die Menschen wie Spielzeuge behandelt. Und du bist kein armseliges Würstchen, das anfängt zu betteln. Doch etwas in dir drin hat dich davon abgehalten, den Glauben zu verlieren. Deine Erfahrung. Deine Gegenwart. Deine Erinnerungen. Deine Kraft. Die Zeit, die es braucht, bis du wieder sagen kannst: "Ja mach mal, da ist noch genug zum Leben da" ist kürzer geworden. Du bist in der Lage, Dinge zu überblicken. Du streckst langsam deine Fühler wieder aus und hast jetzt eine Erinnerung mehr im Päckchen.
Das ist dann wohl das, was die Leute als "leichter" bezeichnen.
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miss sophie
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2008-08-05
Ein Brett und eine Welt.
Ich hab es getan. Ich hab mir das La Riviera gekauft. (Für ein Bild bitte 3 Posts runterscrollen. Frisches Material mit mir drauf gibt es hoffentlich bald.)
Um mich herum dreißigt es sehr. Ein stetiges "Jetzt bin ich alt. *seufz*" liegt in der Luft, wenn die Menschen das Erwachsenenalter des modernen Stadtkindes erreichen. Ich hoffe für all die Menschen, dass sie trotzdem Ziele und Hoffnungen in der Zukunft haben und diese nicht nur in der Vergangenheit begraben, aber das nur nebenbei.
Während meiner Jugend hing ein Satz an meinem Kleiderschrank:
New End Original - Lukewarm
Gemeinsam mit meinem Lachen sollte es das Motto meines Lebens werden. Es hat gute 10 Jahre gebraucht, bis ich aus vollem Herzen sagen kann: Ja, ich lebe im Hier und Jetzt und es liegen noch gute Dinge vor mir. Ich lebe nicht mehr aus reiner Angst in der Zukunft und meine Vergangenheit hört auf, (gefühlte) pure Langeweile zu sein.
Was hat das jetzt mit dem Dreißigwerden und dem Board zu tun? Neulich hörte ich die Geschichte einer Frau, die zu ihrem vierzigsten Geburtstag mit dem Boarden aufhörte. Sie sei jetzt zu alt dazu. Das war ihre einzigste Begründung. Ich finde diese Begründung lächerlich. Es ist die Angst vor der eigenen Courage, anders zu leben als die meisten Menschen in unserer Gesellschaft. (Dieselbe Angst, die Menschen so ein Drecksgewäsch hier schreiben lässt.) Ich bin 27 und fange gerade erst an. Die drei Monate des diesjährigen Frühlings haben mich selbst kaum wiedererkennen lassen. Das erste Mal in meinem gesamten Leben habe ich das Gefühl zu wissen, wer ich bin und was ich will und welche Überzeugungen ich habe und an welchen Stellen ich aufpassen muss, mir nicht untreu zu werden. Ich weiß, welchen gesellschaftlichen Bedingungen ich es zu verdanken habe, dass ich das Leben führen kann, das ich führe. Manchmal kommen andere daher und vermitteln den Eindruck, ich müsste mich rechtfertigen oder mich gar schämen. Ich versuche mein Bestes, diesem Ein-Druck mit jugendlicher Unbeschwertheit zu begegnen: The times they are a changing. Ich gehöre nicht zu den Menschen, für die die Zwanziger nur Durchgangsstationen auf dem Weg in die häusliche Zweisamkeit sind. Alles schnell noch erleben müssen, um sich dann beruhigt ins Familienleben zu verabschieden. Ich gehöre zu den Menschen, die langsam wachsen und in ihren Zwanzigern feststellen, was sie auch in den kommenden 30-40 Jahren noch fürs Glücklichsein brauchen werden. Um alles daran zu setzen, diese Visionen Realität werden zu lassen.
Das mit den Dreißiger-Geburtstagen kann ich jetzt aber doch nicht begründen. Sind einfach nur viele passiert dieses Jahr. Da geistert einem das schonmal im Kopf rum, wenn man auf seinem Board steht und Runde um Runde dreht.
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miss sophie
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2008-07-25
Große Anschaffungen werfen ihre Rollen voraus.
Wenn alles gut geht und alle Rädchen sich so ineinander fügen, wie ich mir das hier grade zusammenbastele, dann... ja dann gibt's Ende nächster Woche neue Füße. Diesmal die eigenen. Mein aktueller Favorit ist das La Riviera aus dem Hause Riviera Longboards. Mit 103 cm Länge ist das Board nicht ganz so groß wie ich (hihi) und mit 23,5 cm Breite hat es eine angenehme Fläche zum drauf Hin- und herlaufen. Und es sieht einfach mal scheiße geil aus!
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miss sophie
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2008-07-19
10 Tage und ihr Auf und Ab.
Als Graph hätte ein Mathematiker seine helle Freude, an der passenden Formel dazu zu basteln. Und als Carrerabahn wäre es die coolste Carrerabahn, mit der je ein Kind gespielt hat.
Ab in die Waschmaschine. Bei 60° reinigen und mit Kaltwasser spülen. Extra-Schleudergang. Die Tür geht auf, ich steige aus und stehe aufrecht. Irgendwie.
Unwillkürlich musste ich an die nie sehr vertrauenerweckende Achterbahn im Plänterwald denken.
Am Ende dieser Tage: Ein Kompliment, das fast schon eine Liebeserklärung war und von dem ich nur selten zu hoffen wagte, es in der Form jemals wirklich zu erhalten.
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miss sophie
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2008-06-02
Eine Dekade an Tagen.
Mal ein bisschen die Rolle vorwärts rollen lassen. Die labels der Gegenwart anpassen. Aufs Barcamp verweisen. Mir dabei das erste und hoffentlich letzte Mal pink ins Haus holen. Und ansonsten nicht viel zu sagen zu haben. So sieht's aus. Ich hoffe, euch geht's gut. Mir nämlich auch. Bis später.
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2008-04-27
!
Es gibt so Posts, da frage ich mich, wie das Geschriebene denn jetzt wieder zu dem Eindruck passen soll, den ich von diesem Menschen gewonnen hatte. Und dann habe ich richtig viel Spaß dabei, meinem Eindruck eine andere, eine um einiges positivere Gestalt zu geben.
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miss sophie
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2008-04-17
Die Entäußerung des Selbst - Eine Beobachtung.
Heute halte ich mich fern. Ich habe beständig diese kleinen Sätze in meinem Kopf. Das Wahrnehmen in 140 Zeichen ist mir ein liebevoller Begleiter des Tages und der Nacht geworden. Doch heute behalte ich sie für mich. Allesamt. Ohne Unterscheidung. Und dabei habe ich eine interessante Beobachtung gemacht. Schreibe ich sie ins Netz, kann ich sie zwar jederzeit nachlesen, doch sie sind dann nicht mehr in mir. Roland Barthes hatte schon recht als er schrieb, dass ein Text eine eigenständige Entität - mit eigenen Dynamiken und Gesetzmäßigkeiten - wird, sobald sie die Hand des Verfassers verlassen hat. Aber vielleicht habe ich auch nur eine solche Wahrnehmung meiner eigenen Sätze, weil ich die Vorstellung im Raum herumhüpfender Texte witzig finde. Wer weiß das schon so genau. Heute jedenfalls trage ich die Sätze in mir. Sicher, ich vergesse die Worte genauso schnell wie sonst, wenn ich sie in die Öffentlichkeit geschrieben habe. Was bleibt, sind Emotionen, die nicht im Hin und Her zwischen Prokrastination und Arbeit untergehen. Das Wissen, etwas für mich behalten zu haben, besinnt mich auf mich selbst. Auf das, was wirklich, wirklich da ist.
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miss sophie
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2008-03-21
Es ist Feiertag.
Es ist Feiertag. Es ist früh am Morgen. Die Straßen sind ruhig. Auch hier im Haus und in der Wohnung ist es ruhig. Es ist hier wohl oft ruhig. Viele haben schon überrascht kundgetan, dass es trotz fehlender Schallschutzfenster so leise sei in meinem Zimmer. ("Schallschutzfenster" klingt in dieser Stille auf einmal so martialisch.)
Doch es fehlt das Hintergrundrauschen. Die Autos, die sonst in einer zähen Masse draußen vorbeiziehen. Heute höre ich jedes Fahrzeug einzeln. Ich höre sogar das Säuseln meines Rechners. Wenn ich in die Küche gehe, versuche ich tunlichst jede knarzende Diele zu vermeiden. Die anderen schlafen noch und selbst das Öffnen der Küchentür lässt mich zusammenzucken ob dem überlauten Klicken. Der Geschirrspüler, sonst ein niedliches, feines Glucksen, drängt sich mir auf, möchte auch mal Krach machen. Aus den anderen Zimmern kommt keine Musik, keine Gesprächsfetzen vom Telefonieren, kein Klackern einer Tastatur, kein Rascheln beim Zusammenlegen der Kleidung.
In diesen Momenten habe ich das Gefühl, allein zu sein in meiner Welt. Es ist ein Gefühl, das nicht zu verwechseln ist mit Einsamkeit. Einsamkeit spüre ich meist dann, wenn ich unter Menschen bin. Wenn ich sie beobachte, meine Wahrnehmung austickt und ich für einen Moment der Überzeugung bin, keine stabile Verbindung zu diesen Menschen zu haben. Heute ist es das erhebende Gefühl des Alleinseins, welches mich in meiner Welt noch ein wenig fester verankert. Es ist eine Stille, die mich selbst zur Ruhe kommen lässt. Die Reize von außen sind auf ein Minimum reduziert. Diese große Stadt mit diesen vielen Menschen hält sich vornehm zurück. In diesem Augenblick kann ich meine Spuren hinterlassen, und zwar so, dass ich sie wiedererkenne, wenn ich das nächste Mal inmitten dieser vielen Menschen in dieser großen Stadt unterwegs bin. Und dann, wenn ich diese Spuren wiedererkannt habe, dann bin ich mit meiner Welt hier noch ein wenig fester verbunden.
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miss sophie
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2008-03-19
Ich glaub, ich muss Angestellter werden.
Das mit dem zu Hause arbeiten funktioniert einfach nicht. Ich hab 1-2 gute Tage und dann... Dann müsste ich mir selbst das Internet wegnehmen. Und alle Bücher. Und alle Filme. Und alle Putzmittel. Und den Teil meines Gehirns, der für Tagträume zuständig ist. Und ... letzteres wär jetzt aber wirklich etwas albern.
In solchen Momenten bilde ich mir ein, es bekäme mir gut, als Angestellte und in einem Büro und mit festen Anwesenheitszeiten und so zu arbeiten. Da wär ich dann in einer Umgebung, bei der ich sage: Da geh ich zum Arbeiten hin. Alle anderen sind auch am Arbeiten. Arbeitsatmosphäre. Das ist es, was ich brauche. Leute um mich rum, die nach einem 5-minütigen Small Talk unruhig werden, weil sie weiter arbeiten wollen. Leute, die in der Lage sind, sich nicht großartig ablenken zu lassen. Leute, die Arbeitsatmosphäre schaffen können.
Dass das auch für jedes Büro mehr einer Traumvorstellung gleich kommt, weiß ich übrigens selbst. Und lange würd' ich sowas auch gar nicht aushalten. Aber wie war das mit dem grünen Gras und der anderen Seite ...
Dennoch macht es einen Unterschied, ob ich irgendwohin zum Arbeiten gehe, wo auch andere arbeiten, oder daheim in meinem eigenen Saft schmore. Irgendwo allein zu hocken bedeutet ja immer auch, dass die sozialen Kontrollen bzw. Sanktionen bei Rumschlonzerei nur sehr, sehr bedingt wirken. Es geht doch nichts über die leicht angehobene Augenbraue eines Kollegen, wenn er schon das fünfte Mal am eigenen Schreibtisch vorbeikommt und schon das fünfte Mal keins der Arbeitsprogramme auf dem Bildschirm prangt. Ok, DAS muss mir jetzt auch nicht jeden Tag passieren.
Einen interessanten Ausweg bietet wie so oft die Goldene Mitte. Mein eigenes Ding durchziehen und trotzdem mit anderen zusammen in einem Raum arbeiten - der, btw, keine Bibliothek ist. Das Hallenprojekt plant genau sowas. Das wird mich sicher kaum von meinem immer währenden Kampf abhalten, aber es kann mir das alles vielleicht ein wenig leichter machen.
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miss sophie
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2008-01-03
wer bin ich und wenn ja, wieviele.
Diese Worte stehen unter meinem Bildlein. Sie stehen dort gut. Gut zu Gesicht stünde mir, sie auch einmal hinzustellen. Am Besten vor mein geistiges Auge. Das Auge, mit dem ich denke. Das Auge, dass die Bilder sieht, in denen ich denke. Womit sich der Kreis schließt.
Diese Worte sind ein netter Spruch. Ähnlich dem "sind wir nicht alle ein bisschen bluna?" Doch sind sie - für jeden von uns? - mehr als das, wenn es um die eigene Person, gar um die Persönlichkeit geht. Wir alle haben die unterschiedlichsten sozialen Rollen inne. Wir sind Kinder, Eltern, Arbeitskollegen, Freunde, lockere Bekannte, Verbündete im ehrenamtlichen Engagement, Studenten, Konsumenten und noch vieles mehr. Doch gibt es da noch etwas.
Diese Worte sind für mich der Inbegriff dessen, was andere als "die Persönlichkeit" bezeichnen. Frage ich mich selbst, was denn meine Persönlichkeit sei, gerate ich vor mir selbst ins Stocken. Ich kann es nicht sagen. Zu widersprüchlich empfinde ich die Summe meines Verhaltens und meines Denkens aus den vielen Bereichen meines Lebens. Ich weiß sehr gut, welche Spielarten von Sex mir den meisten Spaß bringen und ich kann mich meinen Leidenschaften hingeben, auf dass um mich herum alles in Bedeutungslosigkeit versinken möge. Aber mit anderen über Sex reden, no way. Es gibt Arbeitsaufgaben und Studieninhalte, die ich mit einer Tiefgründigkeit und Zuverlässigkeit bearbeite, die mir die besten Referenzen garantiert. Doch weiß ich, wann ich welche dieser Aufgaben wie am Besten bearbeiten könnte, wenn mensch mich danach fragte, nein. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen und finde es immer ganz toll, wenn Leute sich seit Jahren kennen, sich alle paar Tage treffen und sich blind verstehen. Doch selbst solche Freundschaften aufbauen. Hmm, schwierig. Zu schnell habe ich das Bedürfnis, neue Leute kennen zu lernen, ohne dabei die alten Freunde zu vergessen und dennoch zwangsläufig weniger Zeit mit ihnen zu verbringen. Der Tag hat halt nur 24 Stunden. Es gibt Menschen, die sagen, ich sei offen und selbstbewusst. Sofort fällt mir zu jedem Beispiel ein Gegenbeispiel ein. Ich finde Mainstream fürchterlich, aber kann doch die Finger nicht davon lassen. Ich kann leicht mit einer Meinung daher kommen. Aber werde ich diese Meinung auch morgen noch haben? Wie bin ich denn zu solchen Meinungen gekommen? Im schnellen Durchdenken des Sachverhalts, immer abhängig von den mir zur Verfügung stehenden Aspekten und Fakten. Ich komme mit den unterschiedlichsten Typen von Menschen zurecht. Das führt zu einer interessanten Mischung in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich nehme zum Beispiel auch sehr schnell die unterschiedlichsten Gesten und Sprüche anderer Menschen an.
Was ist es, das MICH auszeichnet? Bis auf meine Liebe zum Lachen und den Sinn fürs Absurde fällt mir ad hoc nichts ein. Außer... die Mischung aus allem. Irgendwie schwammig, gell? So wenig handfest.
Ich bin ein Chamäleon. Das ist gut. Aber auch unglaublich anstrengend.
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miss sophie
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2008-01-02
Das Leben im Leistungskäfig
Meine bisherigen Lebenserfahrungen haben mir u.a. gezeigt, dass es sehr sinnvoll sein kann, Publikationen, die sich mit dem Thema "Karriere und Lebensgestaltung" beschäftigen, möglichst zu umgehen.
Nachdem mich meine Mutter vom Ende der 9. bis zum Ende 13. Klasse in unregelmäßigen Abständen, aber dabei höchst kontinuierlich zu meinen weiteren Lebensplänen befragte, hat sich meine Wahrnehmung geradezu zwangsläufig auf entsprechende Publikationen gelenkt. In unserer Schule lagen neben Infobroschüren des Arbeitsamtes immer auch ein paar Exemplare der "Unicum Abi + Schule" aus. Hierauf datiere und verorte ich meine ersten konkret-subtilen Erfahrungen mit dem Thema "Welche Anforderungen werden eigentlich so an zukünftige Arbeitswillige gestellt?". Inhalte waren und sind Beiträge zum Finden des Traumjobs, Möglichkeiten, die Zeit nach dem Abi mit gesellschaftlich anerkannten Tätigkeiten zu füllen, und die Karrieren engagierter Schüler, die bereits während ihrer Schulzeit Eventmanager oder Businessplaner waren. Mir ging immer durch den Kopf, dass diese Menschen es in ihrem Leben weit bringen werden. Und dass ich selbst das irgendwie auch haben wollte.
Doch Jahre vergingen und auch am Ende des 13. Schuljahres konnte ich meiner Mutter keine, von ihr so heiß ersehnte Antwort geben. Denn diese sollte vor allem eins sein: konkret und handfest. Kein "mal schaun, wo's mich hinverschlägt". Diesen Wunsch kann ich ihr bis heute kaum erfüllen. Ich hab dann angefangen, Germanistik zu studieren. Mein altes Nebenfach BWL hab ich wieder abgewählt und bin zu Philosophie gewechselt.
Irgendwann, nach einigen Lektüren von "Unicum Uni+Studium" und später "Unicum Beruf+Karriere", hab ich einen Schlussstrich gezogen. Seither versuche ich, unter dem Schallwellenbereich des Marktgeschreis der "jungdynamischflexibel"-Personaler zu kursieren. Es gelingt mir gut. Es geht mir besser, wenn ich diese Parolen nicht ständig vor der Nase habe. Ich habe mittlerweile sogar ein grobes Berufsfeld für mich entdeckt. Eines, in dem ich mit etwas Glück auch Geld verdienen kann. Zumindest das Taxifahren hat sich als Zukunftsaussicht erledigt (und hey, nichts gegen Taxifahrer).
Was mir nach all den Jahren bewusst geworden ist: Ich bin ein Spätzünder und ein Quereinsteiger. Was mir aber auch bewusst geworden ist: Ich kann mein Leben nicht vollständig selbst und nur aus mir heraus definieren. Ich brauche so etwas wie Vorbilder. Es braucht jemand anderen, der meinen Antrieb mitträgt. Das ist vermutlich der Hauptgrund, weshalb ich es so toll finde, dass mehr und mehr Netzwerke und ihr Zusammenwirken betont werden.
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miss sophie
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2007-12-25
Gerade habe ich einen Freund verabschiedet. Mit ein paar Runden Rommé und dem neuesten Klatsch uns Tratsch haben wir diesen Abend ausklingen lassen. Manchmal denke ich, unsere Freundschaft wäre um einiges unintensiver ohne diese Abende am 24. Dezember.
Das Schönste aber: diese komische Heiligabenddepression, die sonst so sicher wie das Amen in der Kirche vorbei schaute, hat sich den ganzen Tag nicht blicken lassen. Ich bin mir noch uneins mit mir selbst, ob der Grund hierfür die vielen Southern-Comfort-Mixgetränke gestern nacht waren, das lange Schlafen danach, das Beobachten einer Katze beim Kotzen, das heiße Bad samt leckerem Abendessen oder doch der soeben genossene Kirschwein.
Gelegentlich wünsche ich mir, ich könnte Heiligabend und überhaupt dieses ganze Weihnachten einfach ausblenden. Geht aber nicht. Wenn alle anderen Weihnachten feiern, dann hat das einfach auch seine Auswirkungen auf mein Leben. Da kann ich noch so sehr selber nicht feiern wollen (oder mir einbilden, nicht feiern zu wollen). Dieser Tag wird einfach immer etwas Besonderes sein. Und sei es nur, weil es für alle anderen etwas Besonderes ist. Was liegt also näher, als diesen Tag auch für mich zu etwas Besonderem zu machen. Und zwar nur für mich! Mit diesen tausend kleinen Dingen, die gut tun.
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miss sophie
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2007-12-07
2007-12-04
Gespräch am Abend.
[Seufzend] Hach ...
[Mit ruhiger Stimme] Was denn los, kleine Miss?
[Immer noch seufzend] Ach, ick weeß ooch nich. Is grad irgendwie allet scheiße.
[Immer noch mit ruhiger Stimme] Na was denn?
[Eine Spur lauter Ungeduld mischt sich in das Seufzen] Ach, na weeßte! Wohin ick gucke, is nur noch Arbeit und ick komm nich mehr hinterher. Morgen hab ick'n Referat, wat grad mal zu 'nem Viertel fertig is. Am Sonnabend hab ick mir die Nacht um de Ohren jeschlagen, damit meine Chefin vorkorrigierte Uffsätze mit uff ihre Dienstreise nehmen kann. Sonntag war ick dann natürlich zu nüscht zu jebrauchen. Seit gestern, ach eigentlich schon seit letzter Woche sitz ick an diesem Referat und komm nicht klar. Ick krieg zu wenig Schlaf. Ick betreibe advanced Prokrastination. Der Typ, uff den ick's grade abjesehn hab, hat keen Intresse. Na, und von mei'm zweeten Job will ick jar nich erst anfangn ...
[Schon etwas weniger ruhig] Du weißt doch: Immer schön der Reihe nach. Das mit der Arbeit lässt sich alles schön der Reihe nach bewerkstelligen. Und was diesen Typen da angeht. Denk mal an deinen alten Chef. Der hat seine große Liebe auch erst mit 40 gefunden. Mal ganz abgesehen davon: Vergiss mal deine Freunde nicht ...!
[Das Ungeduldige, Genervte hat das Seufzen verdrängt] Aber wat hab ick denn davon, wenn ick keene Zeit für die habe. Und so Sätze wie "bist do' no' jung. Da kommt schon noch der Richt'ge" kann ick gleich ja nich jebrauchen! Und der Kaffe is ooch schon wieda alle!
[Das Ruhige ist einem anderen Genervten gewichen] Boah. Da will sich wohl wer 'ne Runde selbst bemitleiden, hm!? Reißen Se sich mal am Schlüpperjummi, meine Jutste!!! Hier wird nich dumpf inne Geg'nd rumjejammert!!!
[Das Genervte weicht einem Aufgeschreckten] Wou. Is ja gut. Ganz ruhig ... [Leise vor sich hinmurmelnd] Du meine Güte, noch nich ma mit sich selba kann man hier in Ruhe rumschlonzen. gnmpf brabbel blubber [Sich leise durch die linke Tür zur Küche und dort zum Kaffeeautomat begebend]
Ich liebe diese Art des Schriftzeugnisses ;-).
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miss sophie
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