2007-09-10

Schubladendenken...

...kann ja manchmal sehr sypathisch daherkommen. Zum Beispiel in Form eines Stöckchens. Fraülein Schtoeffie hat Interesse am Schubladeninhalt der am Arbeitsplatz befindlichen Schubladen bekundet. Vermutlich kam ihr der Gedanke beim Anblick ihres eigenen Chaos :P. Ich finde die Ikea-Tasse mit Löffel ja sehr großartig. Oder ist all das Essen nur Tarnung für die darunter befindlichen Kugelschreiber, die somit von anderen nicht entdeckt und also nicht weggetragen werden können...?

Ob meines Lebenswandels kann ich spontan mit 2 Dienstschubladen aufwarten. Was so eigentlich eine glatte Lüge ist. Denn ich habe gar keine eigenst dafür daseiende Dienstschublade. Egak. Ich bastel mir die Welt, wie sie mir denn wohl gefällt.

Nummer 1 befindet sich im heimischen Schreibtisch und enthält, hm, ja, nee, nix dienstliches. Also zumindest nicht für den meist heimisch ausgeführten Job #2. Lediglich ein paar Unterlagen in meinem Amt als Finanzfee fürs studentische Café an der Uni. Ansonsten Briefumschläge für privat, Nähzeug, eine Tischtenniskelle (ein erhaltenswertes Wort, btw), 3 Tischtennisbälle in einer schwedischen Schmelzkäsepackung, Kondome, bunte Stifte, Fahrradflickzeug, diverse Lineale und 2 Zirkelkästen.

Nummer 2 kommt auch etwas unorthodox daher:
schublade

Hierbei handelt es sich um die Büromaterialkiste, benötigt für Job #1, der an der Uni. Das Büro ist nicht meins. Ich habe nur diese kleine Kiste und die paar Stapel Papier, die links erkennbar sind. Der Inhalt der Kiste ist auch reichlich unspannend. Die Geschichte der Kiste dafür bestimmt umso spannender. Das Design lässt auf einen eher älteren Jahrgang schließen. Vermutlich späte 1960er, frühe 1970er. Unser Vorgänger im Büro hat noch einen Umzugskarton mit ein paar Sachen hier rumstehen. Er wollte sie immer mal abholen. Ich fürchte, spätestens beim Umzug des Instituts wird sie in die ewigen Jagdgründe geschickt. Na, wie auch immer, in dieser Kiste fand ich eines Tages - auf der Suche nach einem geeigneten Behältnis für Büromaterial - mehrere Schubladen der oben gesehenen Art. Sofort keimte Sympathie in mir auf. Die rote Lampe, deren Fuß noch zu erkennen ist, gehört eigentlich auch unserem Vorgänger. Ich hoffe, er will sie nie, nie wieder haben. Sie spendet wunderbar warmes Licht in den kalten Winternachmittagen.

Glücklicherweise habe ich meine Chefin, Inhaberin des Büros, nie dabei erwischt, wie sie die Lampe gelöscht und das unangenehme Neondeckenlicht angeschaltet hat. Wir scheinen da eine ähnliche Lichtsympathie zu haben. Ähnlich der Maussympathie. In den letzten Wochen hatten wir eine Maus bei uns im Büro zu Gast. Ich habe sie eines Tages dabei erwischt, wie sie an meinem Rucksack schnüffelte, erschreckt aufschaute, wegrannte, kurz vor der Ecke noch mal guckte und dann hinter dem Regal verschwand. Sehr schön war sie. Hellbraunes Fell, gut gepflegt, auf dem Rücken zwei schwarze Streifen. Ich habe niemandem etwas gesagt. Ich wollte nicht, dass sie dasselbe Schicksal erleidet, wie es der Umzugskarton unseres Bürovorgängers erleiden wird. Dann sprach meine Chefin irgendwann davon, dass hier eine Maus sei. Sie fütterte sie immer mit Reiswaffeln. Sie war genauso begeistert.

Die Reiswaffelkrümel bleiben jetzt immer liegen. Wir hoffen beide, dass die Maus einfach nur ein anderes Büro gefunden hat.

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