2008-02-28

clothes and attitude.

In den vergangenen Monaten bin ich häufiger über Beobachtungen anderer gestolpert, im Kreise der heutigen Jugend gebe es so viele Emos. Anfangs stand ich diesen Beobachtungen wie ein Informationsschwamm gegenüber. Ich sog sie in mir auf, ohne eine rechte eigene Meinung zu haben. Mir war da nix übermäßiges aufgefallen. Mit der Zeit wunderte ich mich. Wo sind sie denn alle, diese Emo-Kids? Flüchten sie vor meinem verifizierenden Auge? Wollen sie unerkannt ihrer Trauer nachgehen, während sie ihr Haar in tiefes Schwarz kleiden? Müssen sie erst noch eine neue Che-Mütze kaufen gehen? Oder ein paar neue Sternchen für ihre Jacken ausschneiden?

Und dann dämmerte es mir. Die Beobachtungen anderer waren eine Übergeneralisierung. Wohl verschuldet durch die Produktpaletten großer Textilverkaufsstellen. Es gibt gar nicht so viel mehr Emo-Kids auf unseren Straßen. Viele andere sehen nur einfach auch danach aus, weil es in den Textilverkaufsstellen nunmal die Dinge gibt, die es gibt. Und weil Jugendkultur immer auch heißt, vom Businesskostüm-Look abzuweichen. Oder würde ein Emo-Kid ernsthaft zu Bloc Party oder den Fratellis abgehen?

Kommentare:

Pat Bateman hat gesagt…

öhm, wieso sollte ein emo-kid nicht bloc party hören?

... kann ja sein, daß meine informationen total falsch sind, doch es gibt wohl im bereich emo (was ja im grunde einfach nur für emotional steht) eine ziemlich große spannweite. am anfang waren es bands aus dem hardcore-bereich, die einen gang an härte rausgenommen haben. bloß mittlerweile gibts dann wieder andere combos, die von diesen geprägt wurden... und irgendwie "emotional" (in welchem sinne auch immer) sind die beiden genannten bands dann ja auch noch. ich glaub, da lässt sich herrlich drüber debattieren. *g*

miss sophie hat gesagt…

bloc party ist in der grundstimmung, die die musik transportiert, zu optimistisch für emo. find ich. genauso und noch viel mehr die fratellis. in dieser musik ist natürlich auch jede menge emotion dabei. aber dieser aspekt zeigt ja auch nur wieder, dass generell die schubladisierung von musik nur bedingt sinn macht.

der allerletzte tropfen und auslöser für den beitrag war auch ein klamotten-emo-kid, das kiss fm hört. und da für mich emo in einer verbindung aus musik und klamotten nach außen transportiert wird, hat das halt alles gar nicht mehr hingehauen.