2008-02-26

Wie masturbiert eigentlich ein König?

Das Leben von Henry, dem Achten und den Seinigen bietet ja so einiges an Material für die Film- und Fernsehindustrie der heutigen Zeit. Sechs Ehefrauen. Da wird dann einfach so oft geheiratet, bis da mal ein Junge bei raus kommt. Zig Mätressen und uneheliche Kinder. Herrschsucht. Jähzorn. Wer nicht in den Kram passt, wird erhängt, verbrannt, in heißes Wasser gekippt oder geköpft. Um die Annullierung der ersten Ehe durchzukriegen, wird sich fröhlich von der Römischen Kirche getrennt und die Anglikanische gegründet. Der klerikale Lordkanzler führt die eigentlichen politischen Geschäfte des Landes und unterschlägt bei dieser Gelegenheit Unmengen an Geld. Sein bester Freund ist ein Gelehrter mit humanistischen Überzeugungen, der als Lordkanzler dennoch alle lutheranischen Anhänger tötet. Der umstehende Adel intrigiert in bester Weise, um den eigenen Arsch auf möglichst warmes Fell zu betten.

Showtime hat sich des Lebens von Henry, dem Achten angenommen und in The Tudors gepackt. Die Serie besteht ziemlich genau aus Sex, Intrigen, Macht und ein paar Ritterspielchen. Beste Unterhaltung ist garantiert. Viel mehr muss ich da gar nicht sagen. Lediglich die Mode, die ist in der Tat fürchterlich.

Nebenbei ist The Tudors ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel aus Internet und TV. Bevor die erste Folge bei Showtime lief, wurde sie auf diversen Kabelsendern und im Netz gezeigt. Das bescherte Showtime eine der höchsten Einschaltquoten bei einem Serienstart. Die zweite Staffel startet am 30. März diesen Jahres. Bereits jetzt kursieren die ersten beiden Folgen in p2p-Netzwerken. Der Gedanke liegt nah, dass das beabsichtigt war.

2008-02-25

Was sagt es über eine Gemeinschaft aus,

wenn 3 Menschen an einem Tisch sitzen, 2 davon mit einem Laptop, und dennoch eine Unterhaltung im Gange ist?

Ist jetzt auch mehr so eine rhetorische Frage. War ein netter Anblick.

Erster!

2008-02-21

ein tag an der uni.

dieses bild ist mir schon diverse male aufgefallen. in einem der rückzugsräume, wo draußen dran menschen in röcken aufgemalt sind.

transgender

***

das noch leere büro, von dem bald ein romanist auf die stattliche tanne blicken kann, wartet bereits mit einem begrüßungsgeschenk auf seinen neuen bewohner.

afri büro

***

elite muss gut aussehen. da wird erneuert was das zeug hält. und die it-nerds wissen wie das mit dem humor geht.

nur fuer anlieger

***

und weil der tag an der uni und die busfahrt nach hause so war wie es war, funktioniert mein heimisches leuchtmittel jetzt auch wieder.

lampe

dinge, die ich vermisste.

in einer warmen küche sitzen. kaffee schlürfen. arbeiten. über nachrichten lachen. wach werden.

2008-02-20

Lagerkoller.

Heute war's soweit. Ich kam in die Uni... und wollte einfach nur schreiend wieder rausrennen. Ich bin dorthin, weil es dort Internet gibt, über WLAN empfangbar. Das ist bei uns zu Hause ja mehr so ein Glücksspiel. Ich glaube, selbst beim Lotto gibt's mehr Sechser, vom Würfeln will ich gar nicht erst anfangen.

Soviel zum Grund meines dortigen Auftauchens. Der Grund meines dortigen Abtauchens? Schlimme Manuskripte, die mir dankenswerterweise am Ende des Tages wieder abgenommen wurden. Ein Institut im Ausnahmezustand, denn es zieht um. Neurotische, selbstgerechte, egoistische Hochschullehrer, deren weibliche Äquivalente sowie blondierte und auf der Sonnenbank eingeschlafene Sekretärinnen bringen einfach jeden zum Kopfschütteln. Kleines Beispiel gefällig? Es gibt da zwei Sekretärinnen. Derzeit hat jede ein eigenes Büro mit ca. 10-11m2 Größe. Nun sollen Sie gemeinsam in 1 Büro mit ca. 20m2 Größe ziehen. Und was passiert? Sie jammern, sie würden ihre Sachen ja gar nicht unterbekommen. ??? Und gleich nochmal ??? WTF? Ich kenne beide Büros. Die kriegen ihren Scheiß in jedem Fall in ein Büro. Wenn sie denn wollten...

Naja, wie auch immer. Nun sitz ich hier zu Hause rum. Mit dem Kabel am Netz. Aber mit einer wesentlich besseren Stimmung. Gut so, denn morgen geht's weiter.

2008-02-19

Ein Polit-Essen bei der Arbeit.

Polit-Essen ist ein Gericht mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Es kratzt an Nummernschildern. Kann selbstständig telefonieren. Sich mit Freunden unterhalten. Die Straße hinunter spazieren. Sicher versucht es dabei ständig, seine Macht auszuspielen. Hat im Debattierclub schon früh die anderen tot gefuttert. Wählt seine Beilage nur dem Namen nach - Muschi zum Beispiel klingt sehr vielversprechend. Und der Nachtisch wird immer in Thailand eingenommen. Oder so.

inspired by schtoeffie

2008-02-17

"Dummheit in der ersten Reihe"

Jens Jessen kommentiert die Modeberatungsshow von "Die Handtasche muss leben!"-Bruce, die ab dann bald (oder doch jetzt schon?) in der ARD laufen wird (läuft?). Trotz Akademiker- und Bürgerlichkeitsarroganz kommt er zu dem großartigen Schluss:

Keine Schul- oder Hochschulpolitik wird gegen die Botschaft ankommen, dass nur Dummheit mit einem Platz in der ersten Reihe belohnt wird.

!

O nein schon wieder Samstag
ich hasse diese Ausgehpflicht
Erzähl mir nicht, was ich verpasse
Denn es interessiert mich nicht
Madsen - Nachtbaden

2008-02-16

Kotzen könnt ich. Bis dorthinaus.

Ich hab schon die Küche geputzt. Nicht, um mich vor der Arbeit zu drücken. Sondern um mich abzureagieren.

Ich überarbeite grade ein Mauskript. Es soll ein Informationsband für Studierwillige werden. Zielgruppe sind also vorzugsweise Abiturienten. Abiturienten wissen bereits einiges, auch über das Leben. Was sie aber nicht oder nur bedingt wissen können: interne Debatten und Problematiken an einer Universität. Tendenziöse Ansichten dazu. Zynische Weltsichten, die Meinung als differenzierte Informationsvermittlung verkauft. Nicht mal alle Studierenden können hier Fakt von Meinung auseinanderhalten. Dass beides - Fakt und Meinung/Perspektive - immer Hand in Hand geht, ist klar. Aber es gibt einen Unterschied zwischen sachlichem Bericht und tendenziösem Blabla. Das Ganze überdies geschrieben von jemandem, der bei der Auflistung der zur Medienbranche gehörenden Bereiche das Internet komplett außen vor lässt... Ungefähr alle zwei Seiten breche ich in bedenkliches Kopfschütteln aus. Alle fünf Seiten ballt sich meine Faust. Kleine Furchen ziehen sich durch meine Schreibtischplatte. Meine Unterkiefer hat bereits mehrere Male den Boden gewischt. Und das war erst das erste von sieben Kapiteln...

Ich hätte gerne nen punching ball!

2008-02-15

Politessen bei der Arbeit

Es ist eine nur bedingt gute Idee, bei 2°C und weniger seinen Schreibtisch mit einem stinkerten Kunstharzlack zu bemalen. Nu is zu spät. Der Schreibtisch ist blau. Ich fühl mich bald auch so. Und der Abend hat grade erst angefangen...

Es war eine wunderbare erste Woche in der neuen Wohnung.

Ich habe gestern zwei Politessen etwas älteren Jahrgangs dabei beobachtet, wie sie am Nummernschild eines Wagens rumfurwerkelten. Rumfurwerkeln. Ein erhaltenswertes Wort, nebenbei erwähnt. Klingt so schön nach schweinischen Dingen. Die eine Politesse hat also an dem Nummernschild rumgekratzt. Vorher haben die beiden Damen auf dem Bürgersteig gestanden und sich beraten. Sie haben dann telefoniert. Ich bin kurz rein um meinen Tabak zu holen. Als ich wieder auf den Balkon kam, war die eine, etwas beleibtere Dame immer noch am Telefonieren. Ein schwieriger Fall, wie es schien. Das Auto stand inmitten einer Halteverbotszone. Auf dem Bürgersteig beobachteten ein Bauzaun und ein Bagger das Geschehen. Ich vermutete, die Damen würden Polizei und einen Abschleppdienst bestellen. Der bereits angebrachte grüne Zettel war nicht genug. Dann war die beleibtere Dame fertig mit Telefonieren. Noch eine Weile standen die beiden da und besprachen sich. Sodann ging die Beleibtere zur Rückseite und inspizierte das Nummernschild. Um die folgenden fünf Minuten mit ihrer Kratztirade zu verbringen. Die andere Dame ging zwischendrin eher pseudohelfend zur Vorderseite, guckte kurz und ging zurück auf den Bürgersteig. Irgendwann hatte die Beleibtere genug gekratzt und gerubbelt. Sie entfernte den ersten grünen Zettel von der rechten Seite der Frontscheibe und brachte einen anderen Zettel unter dem linken Scheibenwischer an. Nach getaner Arbeit verließen die beiden Damen den Ort des Geschehens. Die anderen Autos an der Straße interessierten nicht weiter.