Wie masturbiert eigentlich ein König?
Das Leben von Henry, dem Achten und den Seinigen bietet ja so einiges an Material für die Film- und Fernsehindustrie der heutigen Zeit. Sechs Ehefrauen. Da wird dann einfach so oft geheiratet, bis da mal ein Junge bei raus kommt. Zig Mätressen und uneheliche Kinder. Herrschsucht. Jähzorn. Wer nicht in den Kram passt, wird erhängt, verbrannt, in heißes Wasser gekippt oder geköpft. Um die Annullierung der ersten Ehe durchzukriegen, wird sich fröhlich von der Römischen Kirche getrennt und die Anglikanische gegründet. Der klerikale Lordkanzler führt die eigentlichen politischen Geschäfte des Landes und unterschlägt bei dieser Gelegenheit Unmengen an Geld. Sein bester Freund ist ein Gelehrter mit humanistischen Überzeugungen, der als Lordkanzler dennoch alle lutheranischen Anhänger tötet. Der umstehende Adel intrigiert in bester Weise, um den eigenen Arsch auf möglichst warmes Fell zu betten.
Showtime hat sich des Lebens von Henry, dem Achten angenommen und in The Tudors gepackt. Die Serie besteht ziemlich genau aus Sex, Intrigen, Macht und ein paar Ritterspielchen. Beste Unterhaltung ist garantiert. Viel mehr muss ich da gar nicht sagen. Lediglich die Mode, die ist in der Tat fürchterlich.
Nebenbei ist The Tudors ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel aus Internet und TV. Bevor die erste Folge bei Showtime lief, wurde sie auf diversen Kabelsendern und im Netz gezeigt. Das bescherte Showtime eine der höchsten Einschaltquoten bei einem Serienstart. Die zweite Staffel startet am 30. März diesen Jahres. Bereits jetzt kursieren die ersten beiden Folgen in p2p-Netzwerken. Der Gedanke liegt nah, dass das beabsichtigt war.




