Ein Wochenfazit.
Bzzzzz
Das Leben in einer großen Stadt erfordert manchmal mehr als eine Handvoll guter Freunde und ein gut sortiertes CD-Regal.
Der Wecker klingelt und spielt Snow Patrol. Schönes Lied, aber ein Gedankenblitz à la "welcher Depp in der Musikredaktion lässt so ein Lied am frühen Morgen spielen? Da wird doch keiner wach von." huscht durch den Bewusstseinsteil meines Hirns hindurch. Aufstehen, gemächlich ins andere Zimmer tapern, schauen, dass das Kind wach ist und pünktlich zur Schule kommt. Die Nebelfetzen, die zwischen meinen Synapsen hängen, forcieren eine Vorstellung von entspannter, morgendlicher, ruhiger Atmosphäre in der Wohnung. Diese Stille, bei der man glaubt, das Atmen der noch Schlafenden aus den Zimmern zu hören.
Ich raffe mich auf, stolpere in meine Latschen, den Weg zur Tür nehme ich nicht mal wahr. Ich stehe im Flur und falle gleich wieder einen Schritt zurück. Eine Wand aus Wachheit stellt sich mir entgegen. Ein strahlendes Guten-Morgen-Lächeln vom neuen Mitbewohner. Alle Türen stehen offen. Die Espressokanne pfeift auf dem Herd. Eine gehobene Hand soll einen Gruß imitieren. Ich hoffe, er wurde als solcher verstanden. Ich ducke mich. Mache alle Schotten dicht. Eine Furche durchzieht meine Stirn. Bloß nicht ansprechen. Ich bin verwirrt. Diese Wuselei ist so ungewöhnlich. Meine Beine nehmen mir das Denken ab. Tragen mich ans andere Ende der Küche zur geliebten Kaffeemaschine.
Jetzt nur noch abwarten. Mit dem Kaffee in der Hand nur noch eine halbe Stunde abwarten. Dann sind sie alle aus dem Haus. Stille. Aber es ist eine andere Stille. Denn jetzt liegt keiner mehr in seinem Bett und schläft.
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miss sophie
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Ich hab immer noch nicht die Ruhe weg, mir jetzt hier so 'ne Nachlese aus den Fingern fließen zu lassen. Meine peergroup konnte und kann das aber sowieso viel besser.
Herr Grau - Warum ich bisher (fast) nichts über die re:publica08 geschrieben habe
Miss Paradise - Wie bitte lautet die korrekte Übersetzung für „GTD – Getting Things Done”?
Frau Anne - alles vom 2. bis zum 6. April lesen. ist ganz einfach. (nimm das, technorati!)
PasQualle - über biertrinkende Konzertgänger
Jeriko - post:publica
der philipp - mit vielem und dem einen Text, der mich am meisten berührte.
der herm - mit unlautem, poetischem Humor an vielen Ecken und dem Satz des heutigen Tages: Club Mate schmeckt ein bisschen wie Regenwasser aus einem Aschenbecher.
beide zusammen
der Logopäde - mit der tollsten prä-re:publica-Geschichte
Benedikt und die Antwort auf die re:publica
Es war ein bisschen wie auf Klassenfahrt. Die erste Nacht bis vier feiern. Dann drei Tage in den Seilen hängen, nur um die letzte Nacht durchzumachen. Morgens lange schlafen. Was? Geht schon los? Ach, guck ichs halt im Internet. Abends lange aufbleiben. Gibt ja immer noch ein paar Crackhuren, denen mensch bei ihrem Mülltütentanz zuschauen kann. (Ja, mein Sinn für gute Unterhaltung ist ein anderer.) Ganz großes Herrentennis, das. Wir sehen uns!
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miss sophie
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Ein Mensch jenseits der Vierzig mit nur geringer Internetkompetenz sah im Laufe dieser Woche auf irgendeinem TV-Sender irgendeinen Beitrag rund um die re:publica, Bloggen und - offenbar - die Probleme, die Blogger in Ländern bekommen können, deren Regierungen ein wenig nervös auf dieses Geschreibsel in diesem weltweiten Web reagieren. Besagter Mensch wusste aber noch, dass ich mit diesem Bloggen auch was am Hut habe. Sie erzählte nun also vom Gesehenen und war ganz stolz, dass sie die Verbindung zu mir hergestellt hat.
"Da hab ich gehört, dass Blogger... Die können alle Daten und Texte und so ins Internet stellen." Ein Schmunzeln begleitete mein "Mhm, ja so ähnlich." Ich vermute, in dem Beitrag ging es um die Blogosphäre in ihrer Gesamtheit und die inhaltliche Varianz, die sich dort so auftut. Ich erklärte ihr kurz die Sache mit der eigenen Seite, den eigenen Inhalten und den Konsequenzen für die gesamte Informationsstruktur. Im Verlauf der Unterhaltung folgte dann dieser Satz: "Und Blogger? Ihr seid doch die, die Seiten und so dann auch sperren können?" Stille. Mein Hirn imaginierte verschiedenste Handlungsszenarien. Mein Herz triumphierte für einen kurzen Moment. Da lässt rechtes Gesocks irgendwo sein Zeug vom Stapel? BÄMMM! Da verwechselt mal wieder einer Meinungs- und Beleidigungsfreiheit? BÄMMM! Irgendwer findet Stulle mit Ei, Senf und Maggi scheiße? BÄMMM!
Jepp. Das gefällt mir.
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miss sophie
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So richtig komme ich gar nicht dazu, die vergangenen Tage nochmals vorbeimarschieren zu lassen. So richtig war es bis gestern abend auch noch gar nicht vorbei. Just in diesem Moment überkommt auch mich ein kleiner Schwermut. Vier, fünf Tage sind einfach ein Witz. Dann denke ich an die vielen Menschen und Erlebnisse. Lasse alles im Schnellstdurchlauf Revue passieren, bevor ich mich gleich wieder ins Bett lege. Ich freue mich über die Menschen, die auch in Zukunft mit ihrem Leben und ihren Aktionen meinen Geist wachhalten werden.
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miss sophie
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Es sollte ein Überraschungsabend für mich werden. PasQualle fragte im Vorfeld der re:publica, ob nicht irgendwer zu lightspeed champion mitkommt. Wer war das gleich noch? Kann ich grad nicht zuordnen. Auch so'n Indie-Kerl. Mit ungefähr diesem Stand und ein paar Samples auf last.fm später war meine Mittwochabendplanung perfekt.
lightspeed champion - midnight surprise (live)
DirektÜberraschung
Es war ein Traum. lightspeed champion machen so Musik, da braucht mensch keinen Urlaub mehr. Ein Mann, seine Stimme und die Gitarre. Texte über Mädchen, die ziemlich abgefuckt sein müssen. Der Mann an der Geige macht die Lieder zu einem emotionalen Höhenflug. Ein zarter Pfeil, der ohne Umwege mitten ins Herz trifft und dort seine Substanz verteilt.
Der Wermutstropfen. Konzerte fangen in letzter Zeit mehr und mehr pünktlich an, vor allem, wenn am darauffolgenden Tag ein klassischer Werktag ist - so mein Eindruck. Wie auch immer. Wir waren zu spät. Windmill war schon wieder weg. Windmill war gar nicht da. Und den Anfang von lightspeed champion haben wir auch verpasst.
lightspeed champion - daheim, bei myspace und bei last.fm
windmill - daheim, bei myspace und bei last.fm
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miss sophie
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Am heutigen Abend gibt es im Berliner Magnet einen - an sich typischen - Konzert- und Tanzabend. Das Besondere? Veranstalter sind Musikblogs. brrrln und vrstrkr kümmern sich um die Bespielung. Mehr zum Whip It Good-Abend auf den Blogs und der Magnetseite.
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miss sophie
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Zwischen Warmup-Party und Follower-Party fand er statt, der erste Tag der re:publica.
Nur wenige Panels können dieses Jahr meine euphorische Vorfreude auf sich ziehen. Zeit genug also, Menschen zu treffen, mit ihnen diese Tage zu genießen und mit ihnen zu plaudern. Herr Grau, PasQualle, miss julie, Frau Anne, der Jeriko, der René, der Logopäde, der philipp, der Herm, korrupt, die Frau Generator und creezy. Flauschiges Rumschlonzen stand auf der Tagesordnung. Der Dienstagabend, der irgendwann gegen 4 Uhr morgens sein Ende fand, forderte ebenso seinen Tribut.
In einer Zeit, in der Multitasking und das schnelle Aufeinanderfolgen der Ereignisse unseren Alltag bestimmen, ist die re:publica für mich derzeit der Inbegriff der Entschleunigung.
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miss sophie
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grad die eröffnung. darunter.
Beckedahl: "Wer nutzt hier Twitter. [Menschen melden sich.] Ah, doch weniger als gedacht. Ja, der Rest wird dann am Freitag dabei sein."
jetzt: wider das erinnern.
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miss sophie
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Gestern war ein schöner Tag. (So könnte jetzt auch ein Aufsatz eines Zweitklässlers beginnen.) Ich saß vor meinem Rechner und habe mich gepflegt um meine Arbeiten gekümmert. Nebenbei ein bisschen chatten, ein bisschen bloggen, ein bisschen Geisteswissenschaftler vor dem Wahnsinn retten, in der Sommerzeit mit Winterzeit leben zu müssen. Später in den Park. Ein bisschen chillen, ein bisschen über die Arbeit der Zukunft nachdenken, ein bisschen Feriengefühl. Die Sonne schien. Mein Herz lachte.
Heute. Die Sonne scheint. Mein Herz lacht immer noch. Doch jetzt ist die Erkenntnis auch bis zu mir durchgedrungen: Heute ist ja schon Dienstag! Und heute abend ist die Hütte voll. Und hier sieht's aus wie Sau. Und ich seh aus wie Sau. Und sowieso und überhaupt. In diesem Schock habe ich 3 Kaffee in gefühlten 3 Minuten in mich rein gestürzt. Das Zettelchen mit den Erledigungen ist voll bis obenhin. (Run some errands. Ich mag den englischen Ausdruck für diese Form der Tagesbeschäftigung.) Jetzt bloß nicht hektisch werden. Immer schön der Reihe nach. Erstmal bloggen zur Beruhigung.
Motto des Tages: Mein Blog ist mein Valium.
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miss sophie
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